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Luigi Snozzi

Luigi Snozzi (1932–2020) war einer der prägenden Architekten der Tessiner Schule. Diese Generation erneuerte ab den 1960er-Jahren die Moderne im Tessin. Dazu gehörten auch Mario Botta, Livio Vacchini, Aurelio Galfetti und Flora Ruchat-Roncati.

Sie bauten in Sichtbeton, mit klarer Geometrie und genauem Blick auf die Topografie. Bei Snozzi war die Haltung besonders streng. Ein Haus sollte nicht dekorieren, sondern klären.

Luigi Snozzi in Monte Carasso im Jahr 1990 als Vertreter der Tessiner Schule
Luigi Snozzi, Monte Carasso 1990. Foto: Wojciech Kaczura (bearbeitet), CC BY-SA 3.0

Geometrie und Kontext

Snozzi wurde in Mendrisio geboren, studierte an der ETH Zürich und eröffnete 1958 sein Büro in Locarno. Seine Bauten verzichten auf Dekoration und auf falsche Anpassung. Die Nähe zum Bauhaus ist spürbar.

Trotzdem stand für ihn jedes Haus an einem bestimmten Ort. In einem Hang, in einem Dorf, an einem Weg, vor einer Aussicht. So ist auch Casa Walser gedacht.

Es gibt nichts Neues zu erfinden, alles ist erneut zu erfinden.

Luigi Snozzi

Snozzi suchte keine modischen Effekte. Er nahm bekannte Elemente: Mauer, Öffnung, Weg, Hof, Dach, Treppe, Licht. Dann setzte er sie neu zusammen.

Nahaufnahme von Tessiner Naturstein und Granit als architektonischer Kontext der Casa Walser
Foto: Christoph Walser

Monte Carasso

Bekannt wurde Snozzi durch seine Arbeit in Monte Carasso bei Bellinzona. Ab 1978 begleitete er dort über Jahrzehnte die Entwicklung des Ortes. Im Mittelpunkt standen Regeln für das ganze Dorf, weniger einzelne Bauten.

1993 erhielt er dafür den Prince of Wales Prize in Urban Design der Harvard-Universität. Die Gemeinde ernannte ihn später zum Ehrenbürger.

Sporthalle Monte Carasso von Luigi Snozzi mit klarer geometrischer Architektur
Sporthalle Monte Carasso, 1989. Foto: Wojciech Kaczura, CC BY-SA 2.5

Von 1985 bis 1997 lehrte er an der EPFL Lausanne. 2008 verlieh ihm die ETH Zürich die Ehrendoktorwürde. Man nannte ihn das soziale Gewissen der Schweizer Architektur.

Casa Walser

1985 beauftragten meine Eltern Snozzi mit dem Entwurf. Sie kannten das Valle Onsernone seit Jahren und wollten ein Haus, das einfach und dauerhaft ist.

In vielen Gesprächen ging es um konkrete Fragen. Wie man ankommt. Wie man sich durch das Haus bewegt.

Wo man sitzt. Wie das Licht fällt. Wie der Kamin in der Küche funktioniert.

Originaler Bauplan der Casa Walser in Loco aus dem Entwurf von Luigi Snozzi
Fassadenplan von Luigi Snozzi, 1985

Architektur ist Leere, es liegt an Dir, sie zu definieren.

Luigi Snozzi

1989 erschien Casa Walser in «Abitare», 1990 in «Häuser».

Und diese Architektur funktioniert bis heute.