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Essenz

Casa Walser Wort-Bild-Grafik mit architektonischer Zeichnung des Hauses

Von aussen wirkt das Haus verschlossen. Vom Dorf führt eine Passerelle ins Obergeschoss. Du betrittst das Haus also oben. Von dort geht es nach unten, Ebene um Ebene, mit Ausblicken hinaus ins Tal.

Wahrhaftigkeit

«Die Natur erträgt nichts als die Wahrheit», sagte Snozzi. Das Haus nimmt den Satz wörtlich. Kein Chalet, keine Folklore. Beton, Glas und Stahl zeigen sich, wie sie sind.

Der Beton nimmt das Licht auf. Schwarze Stahlrahmen zeichnen die Öffnungen. Das Haus steht eigenständig im Hang, ohne sich aufzudrängen. Snozzi hat nichts dekoriert und nichts versteckt.

Gerahmte Blicke

Die Fenster sind keine Panoramascheiben. Sie zeigen Ausschnitte: das Dorf, den Hang, die Pergola, das Tal.

Im Obergeschoss läuft eine Galerie um den Luftraum. Drei runde Fenster öffnen den Blick in drei Richtungen. Die Zeitschrift «Häuser» schrieb 1990, man sehe die Landschaft hier wie durchs Fernglas.

Wohnbereich der Casa Walser mit rundem Fenster, Sofa und gerahmtem Blick in die Tessiner Landschaft
Foto: Roger Frei

Eine Ebene tiefer wird der Blick weit. Die Loggia öffnet sich mit einer halbrunden Verglasung zum Tal. Davor steht der Esstisch. Von hier führt der Weg zur Pergola zwischen den Rebterrassen.

Schwarz und Weiss

Innen ist das Haus konsequent schwarz-weiss. Weisse Wände, weisse Keramikböden, schwarze Rahmen und Türen.

Dazu italienische Designmöbel aus den 1980er-Jahren.

Farbe gibt es nur in den Schlafzimmern an der Rückseite: Grün, Rosa und Blau, nach Le Corbusier.

Schwarz-weisse Treppe der Casa Walser mit klaren Linien, weissen Wänden und schwarzem Geländer
Foto: Roger Frei

Beton und Feuer

Das Valle Onsernone ist still und eigenwillig. Das Haus nimmt das auf, ohne asketisch zu werden. Im Winter läuft die Bodenheizung. In der Küche brennt ein offenes Feuer, wie in alten Tessiner Häusern.

Küche und Essbereich der Casa Walser in Schwarz-Weiss mit offenem Kamin und klarer Geometrie
Foto: Roger Frei

Aussen Sichtbeton, innen Feuer und ein gedeckter Tisch. Beides gehört zusammen.

Nach ein paar Tagen verstehst Du das Haus.

Materialdetail der Casa Walser mit Betonoberfläche und Natursteinstruktur in Schwarz-Weiss
Foto: Roger Frei

Nicht weil es sich erklärt, sondern weil Du darin gewohnt hast.